Dienstag, 1. Januar 2019

Neujahrskonzert 2019

Ja, wenn sich alles dreht…
Dann ist der Walzer zu hören, dann startet das neue Jahr, dann ist Glückseligkeit angesagt. Donauwalzer zu Mitternacht, Neujahrskonzert am Tag danach.
Tausende sitzen in Österreich vor dem Fernseher, Millionen auf der ganzen Welt.
Alle hören die schwungvolle Musik und lassen sich bezaubern, aber keiner macht, was der Komponist sich dabei gedacht hat. Keiner tanzt!!!
Da sitzen bestens gewandete Menschen aus aller Welt im Zuschauerraum und das Maximum an Bewegung ist ein Klatschen, ein rhythmisches Mitklatschen zum Radetzkymarsch.
Was den Walzer so bekannt gemacht hat, was er revolutioniert hat, die Beziehung zwischen Mann und Frau, die Auflösung der Gesellschaftsschichten, das Mitreißende in der Musik, die jeden zur Bewegung zwingt, haben wir vergessen.
Nicht nur vergessen, es wurde verdrängt, ersetzt durch „STILLSITZEN“. Es nennt sich Kultur, da man ja dem Dirigenten zu lauschen hat, nicht ein Hüsteln ist erlaubt, schon gar nicht Bewegung. Dabei ist es Unkultur, eine Nichtachtung des Komponisten, der vor tausenden tanzenden begeisterten Wienerinnen und Wienern gespielt hat.
Warum aber finden wir nicht zurück zu den Wurzeln, hören uns einmal den neuen Walzer an und tanzen dann dazu? Exportieren wir doch, was wir nicht nur können, sondern was wir im kleinen Zehen haben, unseren Wiener Walzer - den Tanz des Jahres 2019.

Prosit Neujahr und viel Freude am Ballgeschehen!

Freitag, 9. Februar 2018

Ein Politiker darf nicht tanzen!

Haben sie schon einmal ein Interview mit einem Politiker gehört, bei dem es ums Tanzen ging? Dabei schon einmal einen Politiker gehört, der sagte: „Ich bin ein leidenschaftlicher Tänzer!“? Ich noch nie!
Im Land der Musik, der Oper und der Schifahrer würde kein Politiker behaupten er halte nichts von Musik, geht nie in die Oper oder er hätte noch nie Fußball gespielt oder würde vielleicht nicht Schifahren. Unmöglich, so was soll Politiker sein! Die ganze Kunstwelt oder die ganze Sportwelt würde alles daran setzen ihn abzusetzen.
Nicht tanzen zu können oder zu wollen jedoch, ist zum Qualitätsmerkmal geworden, denn wer nicht tanzt kann Fußball spielen, kann Schifahren, ist künstlerisch interessiert (denn auch bei Künstlern ist es ein MUß Antitänzer zu sein)
Andererseits tanzen z.B. auf der Opernredoute ehemalige und aktive Politiker mit Begeisterung beim Eröffnungswalzer, durchaus mit einem gewissen Können, durchaus mit Freude endlich einmal ihre Partnerin oder Ehefrau im Arm halten zu können.
Also warum bitte schafft sie es nicht zuzugeben, dass Tanzen Spaß macht, dass es eine Freude ist sich zur Musik zu bewegen?
Haben alle Politiker noch die Tanzschule der 70er und 80er Jahre mit streng vorgegeben Schritten und Figuren im Kopf? Also so einfach kann es nicht sein, da auch unser Politiknachwuchs - siehe Bundeskanzler - meint er könne nicht tanzen.
Was ich übrigens nicht glaube, hat er doch bei Kollegin Rueff einstmals einen Tanzkurs besucht!
Vielleicht wird es ja doch einmal zu einem Markenzeichen österreichischer Politiker, dass sie nicht nur in die Oper gehen, sondern auch gerne auf den einen oder anderen Ball und dies auch um Freude am Tanzen zu haben.


Dienstag, 9. Mai 2017

Wertungsrichter - oder Hannes Nedbal im wirklichen Leben

Man kennt sie - jetzt nach 7 Staffeln Dancing Stars - die Wertungsrichter und Wertungsrichterinnen, die Judges. Die Damen und Herren, die da sitzen oder manchmal auch stehen und ihre Kommentare abgeben. Manchmal nur ehrlich, manchmal bissig, mitunter auch beleidigend.
90 min sitzen, nichts wirklich erkennbares tun und dabei auch noch Geld verdienen, nicht schlecht! Leider ist dies aber nicht das wahre Leben eines Wertungsrichters oder einer Wertungsrichterin.
Die Echten, die im wahren Leben, zumindest die im Tanzsport - egal ob Standard, Latein, Hip Hop oder Salsa - haben andere „Arbeitszeiten“. Da setzt oder steht man schon einmal 6,8,14 oder gar 19 Stunden an seinem Platz und versucht konzentriert dem Geschehen auf der Tanzfläche zu folgen. 5 Tage hintereinander mit mehr ode meist weniger Schlaf sind dabei nichts ungewöhnliches.
Dabei sieht man hervorragende Talente, aber auch solche die es gerne werden wollen, auch wenn es nichts wird, aber sich doch bemühen. Man trifft auf Mini-Kids, Kinder, Erwachsene und Senioren bis ins hohe Alter, engagiert, rüstig, nervös, begeistert.
Man wertet in Österreich, in Italien, Frankreich, Taiwan, Indonesien oder auch in Kolumbien, hat Freunde und Bekannte rund um den Globus.
Tolles Leben?!
Leider nicht so ganz. Bedingt durch die „Arbeitszeiten“  lernt man von einem Land oder einer Stadt nicht viel mehr als den Flughafen, ein Hotel, und die Veranstaltungshalle kennen. Man fährt vom Flughafen direkt ins Hotel, versucht die Zeiten zu optimieren, die Kosten gering zu halten.
Denn dieser „Job“ ist ein ehrenamtlicher, einer, den man nebenbei macht, neben dem 40 h Brotberuf.

Auch wenn man nicht viel sieht von einem Land, eines ist jedoch unbezahlbar: Die große Zahl an Freunden und Bekannten, an neuen Kulturen und Sichtweisen die man über die Jahre hat und dafür lohnt es sich allemal die Mühen eines 12 h Arbeitstages am Wochenende auf sich zu nehmen.

Sonntag, 19. Februar 2017

Wie fit sind wir auf dem Tanzboden? zum Artikel von Ute Baumhackl und Bernd Melichar in der Kleinen Zeitung vom 19.2.2017

Man könnte den Titel auch auf „Wann ist ein Man ein Mann“ umbenennen, denn was macht einen Mann in Österreich aus: Er muß Fußball spielen, Bier trinken und von sich behaupten können „tur nia tänzer“ - ha, haha - also Antitänzer zu sein. Damit kann er sich als Mann der ersten Klasse vor der Öffentlichkeit und Seinesgleichen bestätigen.
Weichei wer von sich behaupten er tanzt gerne, er trinkt nicht und vielleicht liegt ihm auch nichts am Fußball, o Gott da stimmt was nicht.
Tanzen, ist was für Frauen und oben genannte Weicheier!
So schmerzhaft dies ist, muss ich aber leider zugestehen, dass mein Berufsstand - der des Tanzlehrers - dabei nicht unschuldig ist. So hat die Tanzschule „alten Stils“ nichts ausgelassen um die zukünftigen Tänzer bloß zu stellen, vor den Kollegen zu blamieren und schweißnasse Hände und Angstzustände alleine beim Anblick eines Tanzsaales zu erzeugen.
Dies hat sich aber drastisch geändert. Die Tanzschule der Gegenwart hat damit nichts mehr zu tun. Hier trifft man sich um Spaß zu haben, sich zu bewegen, Freude an der Gesellschaft und der Musik zu haben und ganz nebenbei zu erkennen, dass Tanzen unheimlich viel Spaß machen kann. Hier geht es nicht um Schritte und richtig und falsch, sondern um Musik, Bewegung und Gemeinsamkeit!
Also vielleicht einmal auf in eine Tanzschule des Verbandes der Tanzlehrer Steiermarks und dann wird sich auch ein neuer Artikel anders mit der Frage „fit auf dem Tanzboden“ gestalten lassen.

Keine tanzschuldressierten Halbwüchsigen mehr - die sterben gerade aus - die traumarisiert werden, und Dante hatte doch recht mit seinen zehn Kreisen der Hölle - er war übrigens begeisterter Tänzer.

Sonntag, 25. September 2016

Warum nützen wir nicht alle Möglichkeiten

Kinder weg vom PC, Bewegungsmangel bekämpfen, die tägliche Turnstunde, Vereine in die Schulen und Kindergärten, Bewegungsland Steiermark,… alles hervorragende Ansätze, die es verdient haben ausgebaut und gefördert zu werden.
Aber gleichzeitig werden andere Möglichkeiten nicht ausgenutzt. So gibt es in der Steiermark eine große Zahl an Tanzschulen, die sich intensiv mit der Bewegung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auseinandersetzen. Unternehmen, die  Hip Hop, Breakdance, Showdance, Seniorenkurse, Zumba, Salsa… anbieten. Bewegungsformen, die auch bei Mädchen und Frauen große Beliebtheit haben. Die Unterrichtenden sind langjährig erfahren und haben eine pädagogische Ausbildung, sind selbst erfolgreiche Tänzerinnen und Tänzer und meist geprüfte Tanzlehrer.
Diese als Partner mit ins Boot zum Ausbau der täglichen Turnstunde, zur Förderung der Bewegung zu holen, wäre ein Gebot der Stunde. Nur gemeinsam kann ein Erfolg erzielt werden, der auch nachhaltig ist. 
Die Tanzschulen sind Partner in der Bewegungslandschaft der Steiermark, bringen Menschen aller Altersgruppen zur Bewegung. Vom Kleinkind mit 4 Jahren bis zum Senior mit 88, tanzen ist immer möglich! Tanzen hält jung, sowohl geistig, als auch körperlich. Tanzen fördert die Koordinationsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen und tanzen bringt die Jugendlichen weg von der Straße. Tänzer trinken nicht, da sie tanzen, Tänzer haben Freunde, reale Freunde und nicht nur likes auf Facebook.
Was kann in einem Land des Walzers näher liegen, als die Tanzschulen einzubinden?
Hier darf es keine Ausschließung geben, vielleicht nur weil ein Politiker oder ehemaliger Sportler und nun Verbandspräsident in der Jugend nicht getanzt hat und dies deshalb ablehnt. „Ich bin Turniertänzer, I tua nia tanzen“ darf kein Argument sein.
Politiker, Verbandsverantwortliche, Sportler, auf in die Tanzschule! 

Reden wir über Kooperationen zwischen SVA, Sport, Tanzschulen, Landesschulrat und Politik. Für mehr Bewegung für alle Steirer, mehr Gesundheit, mehr Freude, mehr Miteinander.

Freitag, 8. April 2016

Ich verstehe die Aufregung nicht - zum Interview von Willi Gaballier in der Kleinen Zeitung

Ob nun Jazz Gitti tanzen kann oder nicht, ist, und war eigentliche nie der Hintergrund der „Dancing Stars“. Würde es danach gehen, wäre ein Toni Polster nie so weit gekommen und müsste Jazz Gitti in der ersten Runde ausgeschieden sein.
Nein, es ist die Kombination aus einer „Fachjury“ und dem Publikum, die entscheidet. Und somit spiegelt das Ergebnis eher unsere Gesellschaft - bzw. deren Empfindungen - wider als irgendwelche Tanzkriterien.
Würde es darum gehen die besten Tänzer zu finden, so müßte man mit den Promis ganz anders arbeiten. Dann müsste ein Tanzlehrer her, der einmal die Grundlagen schafft und kein Turniertänzer, der reine Bewegungsabfolgen für die Show vermittelt.
Dies ist Willi nicht, und will er in diesem Fall auch gar nicht sein, denn es ist nicht Ziel der Show.
Und Show ist mehr als die reine Tanztechnik, bzw. ist gleichzeitig weniger als reine Tanztechnik. Die Dancing Stars wollen - oder der ORF will  - uns unterhalten, fesseln, mit Gesprächsstoff versorgen und animieren den nächsten Termin nicht zu versäumen.
Und dafür ist Jazz Gitty wohl hervorragend geeignet.
Was ihre Aussagen, ihre Art, über uns Österreicher aussagen und den Umstand, dass wir diese so toll finden, steht auf einem anderen Blatt.

Damit „Viel Erfolg allen Stars und Tänzer/innen“ für die nächsten Shows.

Dienstag, 15. März 2016

Dienstleistung - billiger gehts immer

Wir beklagen uns über die Preise von Nachhilfestunden, Privatstunden eines Tanzlehrers, eines Tennislehrers, über die Bezahlung beim Friseur, über die Bezahlung im Kindergarten, über die Lehrer, die andauernd frei haben, über die hohen Kosten für die Betreuung unserer Senioren.
Alle Bereichen in denen die persönliche Dienstleistung, die Beziehung von Mensch zu Mensch bedeutend ist. Eine Rationalisierung ist in keinem dieser Bereiche möglich und wenn, dann meist nur zu Lasten der Qualität.
Wer aber beklagt sich über die zu hohen Preise von Autos, von iPhones, Computer oder von Fernsehern? Hier hat die Industrie die Möglichkeit zu rationalisieren, Menschen durch Maschinen zu ersetzen, Abläufe zu organisieren und zu optimieren. Der Faktor Mensch ist hier nur noch ein geringer. Mit Intelligenz und technischem Knowhow lassen sich aus einem Menschen produktionstechnisch 10, 20 oder gar 100 machen. Hier aber fehlt der Aufschrei, wieso muss ich dafür soviel zahlen.
Warum? Wir haben etwas gekauft, dass wir angreifen können, in der Hand halten, berühren.  Wir können uns in unser Auto setzen, können mit ihm repräsentieren, zeigen, was wir uns leisten können. Wir können damit unseren Status erhöhen und Eindruck schinden.
Was können wir mit einer Nachhilfestunde, einer Stunde Betreuung für die nicht mehr ganz so fitte Großmutter oder einer Stunde Yoga anfangen? Nichts davon können wir täglich zeigen! Nichts erhöht unseren sozialen Status, nichts davon können wir berühren.
Zwar nicht berühren, aber es berührt uns selbst, unsere Seele, unser Wohlbefinden, unsere Freude am Leben, unseren Horizont. 
Dafür sind wir aber anscheinend nicht bereit etwas zu zahlen, mehr aufzuwenden oder gar zu sparen um uns dies zu leisten, es ist schlicht gesagt nichts „WERT“. Denn es hat als Ding keinen solchen.
Der StellenWERT der persönlichen Dienstleistung ist gering, trifft immer weniger auf Verständnis und wird als finanzielle Belastung empfunden. Wir sprechen zwar immer von Wertschätzung und Dienstleistung, aber alleine das Wort „Dienst“leistung hat bei uns einen bitteren Beigeschmack. Es liegt zu nahe am Diener, am Dienstmädchen, am Dienstmann, keine in der Gesellschaft hoch geachtete Tätigkeiten und daher nicht gut bezahlt. Vor allem im Gegensatz zur Industrie.
Aber dies ist auf die Dauer gesehen der falsche Weg.
Denn alles was rationalisiert werden kann, was Computer können, werden diese auch übernehmen. Was nicht ersetzt werden kann, der persönliche Kontakt mit einem anderen Menschen, wird in der Zukunft immer wichtiger werden. Daher wird auch der Stellenwert und damit auch die Bezahlung dieser persönlichen Dienstleistungen steigen und nicht wie derzeit um 30 bis 50% hinter denen in der Industrie nachhinken. 
Das Umdenken sollte aber bereits heute beginnen, denn wir sind schon längst in der Dienstleistungsgesellschaft angelangt.