Dienstag, 20. August 2019

Die falsche Frage!

Sollten geprüfte Tanzsportrainer auch als Tanzlehrer arbeiten dürfen? Soll die Ausbildung zum Tanzlehrer auf die Trainerausbildung angerechnet werden und umgekehrt? Beides Fragen, die zwischen dem ÖTSV (Österreichischer Tanzsportverband) und dem VTÖ (Verband der Tanzlehrer Österreichs) zu besprechen sind. Für eine gegenseitige Anerkennung von Ausbildungsteilen sprechen ebensoviele Argumente wie dagegen.
Eine andere Frage ist aber, ob jemand, der weder die eine noch die andere Ausbildung hat, nicht einmal in Ansätzen, als Tanzlehrer und Tanztrainer anerkannt werden soll!
Willi Gabalier hat weder die eine noch die andere Ausbildung! Er wurde lediglich als Profitänzer von ORF und Medien hochgejubelt. Jetzt könnte man meinen er war vielleicht Welt- oder Europameister, da er ja Dancing Star war, nein war er nicht, aber vielleicht mehrfacher Staatsmeister? Nein auch nicht! Na, dann vielleicht Staatsmeister? Nein auch nicht! Ja was war er denn? Tänzer in der höchsten Klasse des ÖTSV! Gut, auch nicht schlecht, aber davon gibt es viele und auch diese müssen eine Ausbildung als Übungsleiter und Trainer absolvieren um vom ÖTSV als Trainer anerkannt zu werden. Und diese müssen eine Ausbildung zum Tanzlehrer absolvieren um als Tanzlehrer anerkannt zu werden!
Warum? Na einfach! Wer selber eine Sportart kann, muss keine Ahnung vom Hintergrund und der Vermittlung haben.
Niki Lauda war nicht automatisch Fahrlehrer, Marcel Hirscher ist nicht automatisch Schilehrer und Karl Habsburg ist nicht automatisch Fremdenführer, wenngleich wir hier von einem anderen Kaliber sprechen!

Dienstag, 1. Januar 2019

Neujahrskonzert 2019

Ja, wenn sich alles dreht…
Dann ist der Walzer zu hören, dann startet das neue Jahr, dann ist Glückseligkeit angesagt. Donauwalzer zu Mitternacht, Neujahrskonzert am Tag danach.
Tausende sitzen in Österreich vor dem Fernseher, Millionen auf der ganzen Welt.
Alle hören die schwungvolle Musik und lassen sich bezaubern, aber keiner macht, was der Komponist sich dabei gedacht hat. Keiner tanzt!!!
Da sitzen bestens gewandete Menschen aus aller Welt im Zuschauerraum und das Maximum an Bewegung ist ein Klatschen, ein rhythmisches Mitklatschen zum Radetzkymarsch.
Was den Walzer so bekannt gemacht hat, was er revolutioniert hat, die Beziehung zwischen Mann und Frau, die Auflösung der Gesellschaftsschichten, das Mitreißende in der Musik, die jeden zur Bewegung zwingt, haben wir vergessen.
Nicht nur vergessen, es wurde verdrängt, ersetzt durch „STILLSITZEN“. Es nennt sich Kultur, da man ja dem Dirigenten zu lauschen hat, nicht ein Hüsteln ist erlaubt, schon gar nicht Bewegung. Dabei ist es Unkultur, eine Nichtachtung des Komponisten, der vor tausenden tanzenden begeisterten Wienerinnen und Wienern gespielt hat.
Warum aber finden wir nicht zurück zu den Wurzeln, hören uns einmal den neuen Walzer an und tanzen dann dazu? Exportieren wir doch, was wir nicht nur können, sondern was wir im kleinen Zehen haben, unseren Wiener Walzer - den Tanz des Jahres 2019.

Prosit Neujahr und viel Freude am Ballgeschehen!

Freitag, 9. Februar 2018

Ein Politiker darf nicht tanzen!

Haben sie schon einmal ein Interview mit einem Politiker gehört, bei dem es ums Tanzen ging? Dabei schon einmal einen Politiker gehört, der sagte: „Ich bin ein leidenschaftlicher Tänzer!“? Ich noch nie!
Im Land der Musik, der Oper und der Schifahrer würde kein Politiker behaupten er halte nichts von Musik, geht nie in die Oper oder er hätte noch nie Fußball gespielt oder würde vielleicht nicht Schifahren. Unmöglich, so was soll Politiker sein! Die ganze Kunstwelt oder die ganze Sportwelt würde alles daran setzen ihn abzusetzen.
Nicht tanzen zu können oder zu wollen jedoch, ist zum Qualitätsmerkmal geworden, denn wer nicht tanzt kann Fußball spielen, kann Schifahren, ist künstlerisch interessiert (denn auch bei Künstlern ist es ein MUß Antitänzer zu sein)
Andererseits tanzen z.B. auf der Opernredoute ehemalige und aktive Politiker mit Begeisterung beim Eröffnungswalzer, durchaus mit einem gewissen Können, durchaus mit Freude endlich einmal ihre Partnerin oder Ehefrau im Arm halten zu können.
Also warum bitte schafft sie es nicht zuzugeben, dass Tanzen Spaß macht, dass es eine Freude ist sich zur Musik zu bewegen?
Haben alle Politiker noch die Tanzschule der 70er und 80er Jahre mit streng vorgegeben Schritten und Figuren im Kopf? Also so einfach kann es nicht sein, da auch unser Politiknachwuchs - siehe Bundeskanzler - meint er könne nicht tanzen.
Was ich übrigens nicht glaube, hat er doch bei Kollegin Rueff einstmals einen Tanzkurs besucht!
Vielleicht wird es ja doch einmal zu einem Markenzeichen österreichischer Politiker, dass sie nicht nur in die Oper gehen, sondern auch gerne auf den einen oder anderen Ball und dies auch um Freude am Tanzen zu haben.


Dienstag, 9. Mai 2017

Wertungsrichter - oder Hannes Nedbal im wirklichen Leben

Man kennt sie - jetzt nach 7 Staffeln Dancing Stars - die Wertungsrichter und Wertungsrichterinnen, die Judges. Die Damen und Herren, die da sitzen oder manchmal auch stehen und ihre Kommentare abgeben. Manchmal nur ehrlich, manchmal bissig, mitunter auch beleidigend.
90 min sitzen, nichts wirklich erkennbares tun und dabei auch noch Geld verdienen, nicht schlecht! Leider ist dies aber nicht das wahre Leben eines Wertungsrichters oder einer Wertungsrichterin.
Die Echten, die im wahren Leben, zumindest die im Tanzsport - egal ob Standard, Latein, Hip Hop oder Salsa - haben andere „Arbeitszeiten“. Da setzt oder steht man schon einmal 6,8,14 oder gar 19 Stunden an seinem Platz und versucht konzentriert dem Geschehen auf der Tanzfläche zu folgen. 5 Tage hintereinander mit mehr ode meist weniger Schlaf sind dabei nichts ungewöhnliches.
Dabei sieht man hervorragende Talente, aber auch solche die es gerne werden wollen, auch wenn es nichts wird, aber sich doch bemühen. Man trifft auf Mini-Kids, Kinder, Erwachsene und Senioren bis ins hohe Alter, engagiert, rüstig, nervös, begeistert.
Man wertet in Österreich, in Italien, Frankreich, Taiwan, Indonesien oder auch in Kolumbien, hat Freunde und Bekannte rund um den Globus.
Tolles Leben?!
Leider nicht so ganz. Bedingt durch die „Arbeitszeiten“  lernt man von einem Land oder einer Stadt nicht viel mehr als den Flughafen, ein Hotel, und die Veranstaltungshalle kennen. Man fährt vom Flughafen direkt ins Hotel, versucht die Zeiten zu optimieren, die Kosten gering zu halten.
Denn dieser „Job“ ist ein ehrenamtlicher, einer, den man nebenbei macht, neben dem 40 h Brotberuf.

Auch wenn man nicht viel sieht von einem Land, eines ist jedoch unbezahlbar: Die große Zahl an Freunden und Bekannten, an neuen Kulturen und Sichtweisen die man über die Jahre hat und dafür lohnt es sich allemal die Mühen eines 12 h Arbeitstages am Wochenende auf sich zu nehmen.

Sonntag, 19. Februar 2017

Wie fit sind wir auf dem Tanzboden? zum Artikel von Ute Baumhackl und Bernd Melichar in der Kleinen Zeitung vom 19.2.2017

Man könnte den Titel auch auf „Wann ist ein Man ein Mann“ umbenennen, denn was macht einen Mann in Österreich aus: Er muß Fußball spielen, Bier trinken und von sich behaupten können „tur nia tänzer“ - ha, haha - also Antitänzer zu sein. Damit kann er sich als Mann der ersten Klasse vor der Öffentlichkeit und Seinesgleichen bestätigen.
Weichei wer von sich behaupten er tanzt gerne, er trinkt nicht und vielleicht liegt ihm auch nichts am Fußball, o Gott da stimmt was nicht.
Tanzen, ist was für Frauen und oben genannte Weicheier!
So schmerzhaft dies ist, muss ich aber leider zugestehen, dass mein Berufsstand - der des Tanzlehrers - dabei nicht unschuldig ist. So hat die Tanzschule „alten Stils“ nichts ausgelassen um die zukünftigen Tänzer bloß zu stellen, vor den Kollegen zu blamieren und schweißnasse Hände und Angstzustände alleine beim Anblick eines Tanzsaales zu erzeugen.
Dies hat sich aber drastisch geändert. Die Tanzschule der Gegenwart hat damit nichts mehr zu tun. Hier trifft man sich um Spaß zu haben, sich zu bewegen, Freude an der Gesellschaft und der Musik zu haben und ganz nebenbei zu erkennen, dass Tanzen unheimlich viel Spaß machen kann. Hier geht es nicht um Schritte und richtig und falsch, sondern um Musik, Bewegung und Gemeinsamkeit!
Also vielleicht einmal auf in eine Tanzschule des Verbandes der Tanzlehrer Steiermarks und dann wird sich auch ein neuer Artikel anders mit der Frage „fit auf dem Tanzboden“ gestalten lassen.

Keine tanzschuldressierten Halbwüchsigen mehr - die sterben gerade aus - die traumarisiert werden, und Dante hatte doch recht mit seinen zehn Kreisen der Hölle - er war übrigens begeisterter Tänzer.

Sonntag, 25. September 2016

Warum nützen wir nicht alle Möglichkeiten

Kinder weg vom PC, Bewegungsmangel bekämpfen, die tägliche Turnstunde, Vereine in die Schulen und Kindergärten, Bewegungsland Steiermark,… alles hervorragende Ansätze, die es verdient haben ausgebaut und gefördert zu werden.
Aber gleichzeitig werden andere Möglichkeiten nicht ausgenutzt. So gibt es in der Steiermark eine große Zahl an Tanzschulen, die sich intensiv mit der Bewegung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auseinandersetzen. Unternehmen, die  Hip Hop, Breakdance, Showdance, Seniorenkurse, Zumba, Salsa… anbieten. Bewegungsformen, die auch bei Mädchen und Frauen große Beliebtheit haben. Die Unterrichtenden sind langjährig erfahren und haben eine pädagogische Ausbildung, sind selbst erfolgreiche Tänzerinnen und Tänzer und meist geprüfte Tanzlehrer.
Diese als Partner mit ins Boot zum Ausbau der täglichen Turnstunde, zur Förderung der Bewegung zu holen, wäre ein Gebot der Stunde. Nur gemeinsam kann ein Erfolg erzielt werden, der auch nachhaltig ist. 
Die Tanzschulen sind Partner in der Bewegungslandschaft der Steiermark, bringen Menschen aller Altersgruppen zur Bewegung. Vom Kleinkind mit 4 Jahren bis zum Senior mit 88, tanzen ist immer möglich! Tanzen hält jung, sowohl geistig, als auch körperlich. Tanzen fördert die Koordinationsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen und tanzen bringt die Jugendlichen weg von der Straße. Tänzer trinken nicht, da sie tanzen, Tänzer haben Freunde, reale Freunde und nicht nur likes auf Facebook.
Was kann in einem Land des Walzers näher liegen, als die Tanzschulen einzubinden?
Hier darf es keine Ausschließung geben, vielleicht nur weil ein Politiker oder ehemaliger Sportler und nun Verbandspräsident in der Jugend nicht getanzt hat und dies deshalb ablehnt. „Ich bin Turniertänzer, I tua nia tanzen“ darf kein Argument sein.
Politiker, Verbandsverantwortliche, Sportler, auf in die Tanzschule! 

Reden wir über Kooperationen zwischen SVA, Sport, Tanzschulen, Landesschulrat und Politik. Für mehr Bewegung für alle Steirer, mehr Gesundheit, mehr Freude, mehr Miteinander.

Freitag, 8. April 2016

Ich verstehe die Aufregung nicht - zum Interview von Willi Gaballier in der Kleinen Zeitung

Ob nun Jazz Gitti tanzen kann oder nicht, ist, und war eigentliche nie der Hintergrund der „Dancing Stars“. Würde es danach gehen, wäre ein Toni Polster nie so weit gekommen und müsste Jazz Gitti in der ersten Runde ausgeschieden sein.
Nein, es ist die Kombination aus einer „Fachjury“ und dem Publikum, die entscheidet. Und somit spiegelt das Ergebnis eher unsere Gesellschaft - bzw. deren Empfindungen - wider als irgendwelche Tanzkriterien.
Würde es darum gehen die besten Tänzer zu finden, so müßte man mit den Promis ganz anders arbeiten. Dann müsste ein Tanzlehrer her, der einmal die Grundlagen schafft und kein Turniertänzer, der reine Bewegungsabfolgen für die Show vermittelt.
Dies ist Willi nicht, und will er in diesem Fall auch gar nicht sein, denn es ist nicht Ziel der Show.
Und Show ist mehr als die reine Tanztechnik, bzw. ist gleichzeitig weniger als reine Tanztechnik. Die Dancing Stars wollen - oder der ORF will  - uns unterhalten, fesseln, mit Gesprächsstoff versorgen und animieren den nächsten Termin nicht zu versäumen.
Und dafür ist Jazz Gitty wohl hervorragend geeignet.
Was ihre Aussagen, ihre Art, über uns Österreicher aussagen und den Umstand, dass wir diese so toll finden, steht auf einem anderen Blatt.

Damit „Viel Erfolg allen Stars und Tänzer/innen“ für die nächsten Shows.