Samstag, 3. Oktober 2015

Angeregt durch das Email von Catharina Dvorak - Sportler - woher kommst du? Für wen tanzt du?



Seit je her gibt es die Frage nach der Zulässigkeit der Einbürgerung von Sportlern. Sehen es die Einen als zusätzliche Motivation für einheimische Sportler, bezeichnen die Anderen es als Betrug an den Sportlern des eigenen Landes.

Die Welt wird internationaler, die Bevölkerung bunter. Alleine dadurch kommt es mehr und mehr dazu, dass Sportler mit der Staatsbürgerschaft eines anderen Landes für Ihr "Wohnland" antreten wollen und antreten. Dagegen ist nichts zu sagen, vor allem, wenn diese Sportler seit Jahren in Ihrem neuen Heimatland wohnen, dort Ihre Sportausbildung genossen haben und nur die Staatsbürgerschaft am Antreten hindert.

Anders gestaltet es sich aber mit den "Sportlereinbürgerungen". Hier werden gezielt Sportler - entweder mit Geld, oder der Möglichkeit des Antretens bei internationalen Bewerben - ins Land geholt. Damit verdrängen sie klarerweise die heimischen Sportler von Ihren Plätzen.

Man kann jetzt argumentieren, macht nichts, dann sollen diese eben besser trainieren!

Diese Argumentation geht aber zu kurz, da die Voraussetzungen für das Training in anderen Ländern oft deutlich besser, die Trainingsunterstützung ausgebauter und die schulische Eibindung ausgereifter ist. Somit ist in manchen Sportarten von einer Chancengleichheit keine Rede.

Betrifft es jetzt Sportler, die in einer Mannschaft eingebunden werden, nehmen wir Fußball, Handball oder Eishockey und der Großteil der Mannschaft ist „einheimisch“, kann dies vielleicht auch noch akzeptiert werden. Dadurch kann internationale Erfahrung geschaffen werden und der Nachwuchs sich beweisen.

Unmöglich wird die Argumentation meiner Meinung nach aber, wenn es sich um „Solo- oder Duosportarten“ handelt. Zu einer solchen zähle ich auch den Tanzsport.



Immer öfter sind die Tänzerinnen und Tänzer aus anderen Ländern, haben nicht die österreichische Staatsbürgerschaft oder werden mittels "Sportlergesetz" eingebürgert. Hier verwehrt man aber - da es keine Qualifikation für eine Welt- oder Europameisterschaft gibt - die Möglichkeit für alle Anderen sich international zu bewähren und sich zu steigern.

Gibt es vielleicht noch im Jugendbereich die Möglichkeit für talentierte Paare sich international zu präsentieren, fällt dies in der allgemeinen Klasse weg und somit auch eine wesentliche Motivation.

Wer will denn  nicht sein Land bei einem internationalen Bewerb vertreten?

Hier hat nicht nur der nationale, sondern vor allem der internationale Verband sich etwas zu überlegen.

Was wollen wir? Vielfalt, oder nur mehr Paare aus einem oder zwei Ländern?

Oder wie wär es mit einem internationalen Cup der Vereine? Champions League der Tanzvereine? TSC Schwarz-Weiß Wien gegen den TSC Choice?






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